Nutzen-Risiko-Profil der Kombinationspille

Derzeit erhältliche Kombinationspillen mit einer Kombination aus Östrogen und Gestagen sind für die Mehrheit der Frauen gut verträglich, allerdings können bei Einnahme der Pille auch Nebenwirkungen auftreten. Die häufigsten dieser Nebenwirkungen (z. B. Kopfschmerzen, Zwischenblutungen, Gewichtszunahme, Brustspannen) oder in seltenen Fällen auch venöse Thrombosen/Thromboembolien sind bereits seit Langem bekannt. Viele dieser möglichen Nebenwirkungen konnten durch die Reduzierung der Östrogendosierung im Laufe der Jahre deutlich vermindert werden. Venöse Thrombosen können unbehandelt in seltenen Fällen auch zu einer Lungenembolie (Thromboembolie) führen.

Hierbei handelt es sich um einen potenziell lebensbedrohlichen Zustand, bei dem Blutgefäße in der Lunge verstopfen. Diese seltene Nebenwirkung kann im Zusammenhang mit allen Estrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten, also auch allen kombinierten hormonellen Verhütungsmethoden (z. B. Kombinationspille, Ring, Pflaster, Injektion) auftreten. Das Risiko, eine venöse Thrombose/Thromboembolie während der Einnahme einer Verhütungspille zu erleiden, ist allerdings wesentlich geringer als beispielsweise während einer Schwangerschaft oder nach der Geburt:

  • Von 10.000 Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Kombinationspille anwenden, erleiden drei bis 4,5 Frauen pro Jahr eine venöse Thrombose/Thromboembolie (Dinger et al., in: Contraception 2007).
  • Von 10.000 Frauen, die eine Kombinationspille einnehmen, erleiden acht bis zehn Frauen pro Jahr eine venöse Thrombose/Thromboembolie (Dinger et al., in: Contraception 2007).
  • In der Schwangerschaft oder im Wochenbett ist das Risiko höher. Studien ermittelten, dass hier bei 20 bis 30 von 10.000 Frauen eine venöse Thrombose/Thromboembolie auftritt (John A. Heit, in: Annals of internal medicine 2005).

Das individuelle Thromboserisiko einer Frau wird durch persönliche Risikofaktoren bestimmt. Dazu zählen zum Beispiel eine erblich bedingte Thromboseneigung, Übergewicht und höheres Alter. Falls solche Risikofaktoren bekannt sind, sollten diese unbedingt von der Anwenderin mit ihrem Arzt vor der Verschreibung eines Verhütungsmittels besprochen werden. Der Arzt kann anhand der individuellen Situation einschätzen, welche Verhütungsmethode am besten geeignet ist.

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Last updated: 2012