Die Pille – Pille und Pillenarten

Die Verhütungspille („Pille“) gilt als eines der zuverlässigsten hormonellen Verhütungsmittel, um vor einer ungeplanten Schwangerschaft zu schützen. Als Maßstab dafür wird der so genannte Pearl-Index herangezogen. Er gibt die Anzahl der Schwangerschaften pro 100 Frauen an, die diese Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden. Ohne Verhütung liegt sie bei 80, d. h. 80 von 100 Frauen werden schwanger. Der Pearl-Index der Kombinationspille liegt bei 0,1 bis 1,0 (zum Vergleich bei Kondomen: 2 bis 12).

Grundsätzlich ist die Pille für alle Frauen im gebärfähigen Alter geeignet, vom Teenageralter bis zu den Wechseljahren.

Verschiedene Pillenarten

Es gibt mehrere Varianten der Pille, die sich in Bezug auf Wirkstoffart, Dosierung und Einnahmeprinzip voneinander unterscheiden. Die am meisten verbreitete Form der Pille ist die „Kombinationspille“, die Östrogen und Gestagen enthält. In den meisten Ländern ist die Pille ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und somit nur auf Rezept erhältlich. Der Arzt entscheidet zusammen mit der Anwenderin individuell, ob die Pille für sie geeignet ist und welches Präparat in Frage kommt.

Unterschiedliche Wirkstoffkombinationen

Die einzelnen Präparate unterscheiden sich in der Zusammensetzung und Dosierung der Wirkstoffe. Alle enthalten synthetische Sexualhormone. Deren Wirkung ist mit Sexualhormonen, die der Körper selbst produziert, vergleichbar. Als Informationsträger, so genannte Botenstoffe, haben sie die Aufgabe, den Fortpflanzungszyklus zu steuern.

Die meisten Pillen sind heutzutage Kombinationspräparate („Kombinationspillen“), die zwei Hormonbestandteile enthalten: Östrogen und Gestagen. Fast alle Kombinationspillen enthalten das Östrogen Ethinylestradiol in unterschiedlich hoher Dosierung. Gestagene gibt es in verschiedenen Varianten und Dosierungen. Sie sind in erster Linie für die verhütende Wirkung zuständig.

Eine Ausnahme stellt die so genannte Minipille dar. Sie enthält nur Gestagen, muss dafür aber bei den meisten Produkten regelmäßig innerhalb eines eng begrenzten Zeitraums eingenommen werden, um die verhütende Wirkung zu gewährleisten. Da die Einnahme der Minipille bei sehr vielen Anwenderinnen mit einem für sie inakzeptablen Blutungsprofil einhergeht, konnte sich diese Form der Verhütung, obwohl seit langem verfügbar, nicht allgemein durchsetzen.

Die Minipille bietet als östrogenfreie Pille vor allem stillenden Frauen oder Frauen, die keine östrogenhaltigen Präparate nehmen sollten, eine Alternative. Östrogen-assoziierte Nebenwirkungen, und dazu gehören Thrombosen, sind unter der Minipille kaum zu erwarten.

Kombinationspille Einphasen-/Mehrphasenpräparate Einnahmeschemata Andere  
Die niedrigdosierte Kombinationspille

Während die ersten Kombinationspillen, die Anfang der 1960er-Jahre auf den Markt kamen, relativ hohe Hormondosierungen enthielten, wurden diese über die Zeit reduziert. Die meisten der heute verfügbaren Kombinationspillen sind niedrig dosiert, d. h. sie enthalten nur noch 15 bis 30 Mikrogramm des Östrogens Ethinylestradiol.

Die niedrigdosierte Kombinationspille

Während die ersten Kombinationspillen, die Anfang der 1960er-Jahre auf den Markt kamen, relativ hohe Hormondosierungen enthielten, wurden diese über die Zeit reduziert. Die meisten der heute verfügbaren Kombinationspillen sind niedrig dosiert, d. h. sie enthalten nur noch 15 bis 30 Mikrogramm des Östrogens Ethinylestradiol.

Einphasen- und Mehrphasenpräparate

Bei den Kombinationspräparaten wird zwischen Einphasen- und Mehrphasenpillen unterschieden. Am häufigsten werden Einphasenpräparate verschrieben. Bei ihnen ist die Dosierung der eingesetzten Hormone in jeder Tablette identisch. Bei den mehrphasigen Pillen ist die Einnahme in der richtigen Reihenfolge wichtig. Deshalb sind die Pillen der verschiedenen Phasen mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet. Mehrphasenpräparate enthalten Tabletten mit verschieden hohen Dosierungen von Östrogen und Gestagen.

Einnahmeschemata 21+7, 24+4 und 26+2

Neben den Dosierungen werden auch drei Einnahmeschemata unterschieden. Das klassische Einnahmeprinzip ist 21+7. Dabei wird die Pille täglich über 21 Tage hinweg eingenommen, danach erfolgt eine siebentägige Pause (bzw. die Einnahme wirkstofffreier Tabletten), in die auch die Menstruationsblutung fällt. Am 29. Tag beginnt die Einnahme erneut für 21 Tage, es folgen sieben Tage Pause bzw. die Einnahme wirkstofffreier Tabletten usw.

Ein neuartiges Einnahmeschema ist das 24+4-Prinzip. Dabei wird der Rhythmus des 28-tägigen Zyklus beibehalten, jedoch enthalten bei diesen Präparaten 24 Tabletten Hormone, vier weitere farbig unterschiedlich gekennzeichnete sind wirkstofffrei. Während der vier Tage, in denen die wirkstofffreien Tabletten eingenommen werden, kommt es zur Menstruationsblutung.

Ein weiteres Schema mit ähnlicher Wirkweise hat das Mehrphasenpräparat mit einem Einnahmeprinzip von 26+2. Hierbei werden über 26 Tage Hormone in unterschiedlicher Dosierung eingenommen, die letzten beiden Tabletten sind wiederum wirkstofffrei.

Andere hormonelle Verhütungsmittel

Die Pille ist das bekannteste hormonelle Präparat zur Empfängnisverhütung. Es gibt aber auch noch andere Kontrazeptiva, die auf Hormonbasis wirken und somit unterschiedliche Hormondosierungen enthalten. Diese können eine Kombination aus Östrogen und Gestagen enthalten (Pflaster, Ring und einige Injektionspräparate) oder nur Gestagene (einige Injektionspräparate sowie Implantate oder so genannte Hormonspiralen). Diese hormonellen Verhütungsmittel sind verschreibungspflichtig und somit nur mit einem vom Arzt ausgestellten Rezept erhältlich.

Die Pille

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Last updated: 2012