Die Pille – kurzer historischer Überblick

1960 war ein Wendepunkt in der Geschichte der Verhütung. In diesem Jahr wurde in den USA die erste so genannte Pille in den Markt eingeführt. Eine Empfängnisverhütung auf Hormonbasis und durch eine oral einzunehmende Tablette war zu diesem Zeitpunkt eine ganz neue Methode. Bereits 1961 folgte mit Anovlar® der Bayer Pharma AG (ehemals Schering AG) die Markteinführung in Europa.

Im Rahmen der gesellschaftlichen Änderungen in den westlichen Industriestaaten Ende der 1960er-Jahre, die auch ein neues, offeneres Verhältnis zur Sexualität mit sich brachten, wurde auch die Pille immer populärer. Heute verhüten weltweit mehr als 60 Millionen Frauen mit der Pille. Die meisten Pillen sind heutzutage Kombinationspräparate („Kombinationspillen“), die zwei Hormonbestandteile enthalten: Östrogen und Gestagen.

Traditionelle Frauenrollen und die Pille

Anfangs wurde das neue Hormonpräparat zunächst nur verheirateten Frauen mit Zustimmung ihres Ehemannes verschrieben. Unverheiratete Frauen sollten nach der geltenden gesellschaftlichen Auffassung keinen Geschlechtsverkehr haben und „brauchten“ deshalb keine Verhütung.

Sexuelle Aufklärung und Pillenknick

Die Studentenbewegung der „68er“ und die damit verknüpften großen gesellschaftlichen Veränderungen führten schließlich in den 1970er-Jahren zu einem Umdenken. Die Enttabuisierung und Thematisierung der Sexualität und damit auch der selbstbestimmten Verhütung durch die Frau führten zu einer raschen Verbreitung der Pille. Bis heute wird der starke Rückgang der Geburten in den 1970er-Jahren gerne als „Pillenknick“ bezeichnet.

Die Pille im 21. Jahrhundert

Die ersten Präparate der 1960er- und 1970er-Jahre enthielten noch eine hohe Hormondosierung und führten nicht selten zu starken Nebenwirkungen. Durch Weiterentwicklung konnte die Dosierung der Hormone schrittweise gesenkt werden. Moderne Kombinationspillen kommen mit einer niedrigeren Hormondosis aus.

Die Pille

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Last updated: 2012