Verhütungsmethoden
Frauen und ihre Partner können für die Familienplanung aus einer Vielzahl von Verhütungsmethoden die für ihren Gesundheitszustand und ihre persönliche Lebenssituation am besten geeignete auswählen.
Frauen und ihre Partner können für die Familienplanung aus einer Vielzahl von Verhütungsmethoden die für ihren Gesundheitszustand und ihre persönliche Lebenssituation am besten geeignete auswählen.
Als „natürliche“ Empfängnisverhütung gelten die Knaus-Ogino-Methode, mit der die fruchtbaren Tage des Zyklus errechnet werden, das Messen der Aufwachtemperatur und die Schleimprüfung (Billings-Methode). Mit Letzteren wird anhand der Temperatur bzw. der Konsistenz des Schleims in der Scheide bestimmt, an welchen Tagen der Eisprung erfolgt und die Frau schwanger werden kann. Auch der so genannte Coitus interruptus gehört zu den natürlichen Verhütungstechniken. Hierbei wird der Geschlechtsverkehr kurz vor dem Samenerguss des Mannes unterbrochen.
Wie der Pearl-Index, der die Sicherheit von Verhütungsverfahren anzeigt, verdeutlicht, sind die „natürlichen“ Methoden vergleichsweise unsicher und die Rate ungeplanter Schwangerschaften ist hoch.
Bei den so genannten „Barrieremethoden“ kommen mechanische oder chemische Schutzmittel zum Einsatz, die das Vordringen der Spermien bis in die Gebärmutter und somit die Befruchtung einer reifen Eizelle verhindern sollen.
Beispiele für mechanische Hilfsmittel sind Kondom, Diaphragma (auch Scheidenpessar) oder Portiokappe. Das Kondom ist die einzige Verhütungsmethode, die auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten und Geschlechtskrankheiten schützen kann. Diaphragma und Portiokappe werden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingesetzt, so dass sie den Muttermund verschließen. Häufig werden zusätzlich chemische Schutzmittel, etwa spermientötende Zäpfchen, Cremes oder Schwämmchen eingesetzt, die die Spermien abtöten oder einen für Spermien schwer durchdringbaren Schaum bilden.
Eine weitere Option bildet der Intrauterinpessar (IUP), umgangssprachlich auch Spirale genannt. Dieser hat meist eine T-förmige Struktur, besteht aus Kunststoff und ist häufig mit Kupferdraht umwickelt. Die Spirale wird vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt, wo sie bis zu fünf Jahre bleiben kann.
Die Spirale ist somit ein längerfristig angelegtes Verhütungsmittel, das häufig bei Frauen eingesetzt wird, die schon Kinder geboren und bzw. oder ihre Familienplanung (vorerst) abgeschlossen haben.
Außerdem gibt es eine große Bandbreite an hormonellen Verhütungsmitteln. Sie gelten – bei richtiger Anwendung – neben der Sterilisation der Frau oder des Mannes als die zuverlässigsten Verhütungsmittel. Sie werden, im Gegensatz zu den Barrieremethoden, auch nicht unmittelbar beim Geschlechtsverkehr angewendet, was viele Anwender als positiv empfinden.
Das wohl bekannteste hormonelle Kontrazeptivum weltweit ist die Pille. Es gibt aber auch noch andere Empfängnisverhütungsmittel, die auf Hormonbasis wirken und unterschiedliche Hormondosierungen enthalten. Beispiele hierfür sind Pflaster, hormonhaltige Vaginalringe, Implantate, so genannte Hormonspiralen und Depotspritzen wie die Einmonats- und Dreimonatsspritze.
Darüber hinaus gibt es die „Pille danach“, die innerhalb eines eng begrenzten Zeitraums nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder beim Versagen einer anderen Verhütungsmethode, z. B. beim Reißen eines Kondoms, eingenommen werden kann, um nachträglich eine Schwangerschaft zu verhindern. Sie ist jedoch keine klassische Verhütungsmethode und sollte nur in Ausnahmefällen angewandt werden. Alle hormonellen Kontrazeptiva sind in den meisten Ländern nur auf Rezept eines Arztes erhältlich.
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Last updated: 2012
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