Arterielle Thrombosen/Thromboembolien

Eine Thrombose kann sich nicht nur in Venen, sondern auch in Arterien bilden. Eine arterielle Thrombose tritt in vielen Fällen in Kombination mit einer bestehenden Vorerkrankung, der Arteriosklerose, auf.

Die Arteriosklerose wird umgangssprachlich auch als Arterienverkalkung bezeichnet und ist eine chronische Erkrankung, bei der sich die Gefäßwände verdicken und verhärten. Dadurch werden die Gefäße zunehmend verengt und der Blutfluss eingeschränkt, so dass sich leichter ein Blutgerinnsel bilden und die Arterie verschließen kann. Des Weiteren können arterielle Thrombosen auch durch Verletzungen der Adern, Entzündungen oder Infektionskrankheiten entstehen.

Auch arterielle Thrombosen sind eine bekannte, aber sehr seltene Nebenwirkung hormoneller Verhütungsmethoden (Pille, Ring oder Hormonpflaster) und können zum Beispiel zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Arterielle Thrombosen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt sind bei jungen Frauen sehr selten und betreffen nur eine oder zwei von 10.000 bis 100.000 Frauen pro Jahr. Studien fassten zusammen, dass sich das sehr seltene Risiko für einen Herzinfarkt durch die Einnahme von Kombinationspillen ungefähr um den Faktor zwei erhöht, im Vergleich zur Nichtanwendung von hormonellen Kontrazeptiva (Tanis et al. 2001, Khader et al. 2003).

Ob sich das Risiko für einen Schlaganfall auch erhöht, ist bei Abwesenheit von zusätzlichen Risikofaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck, nicht eindeutig belegt (Chan et al. 2004). Die meisten epidemiologischen Studien zeigten bei gesunden Frauen, die niedrigdosierte Kombinationspillen anwendeten, keine Risikoerhöhung für Schlaganfälle.

Persönliche Risikofaktoren für eine arterielle Thrombose:

  • Fortgeschrittenes Alter
  • Rauchen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Migräne mit Aura
  • Übergewicht
  • Eigene oder familiäre Vorbelastung
  • Herzklappenerkrankung
  • Vorhofflimmern

Symptome einer arteriellen Thrombose können unter anderem sein:

  • Plötzlicher Schmerz in der Herzgegend
  • Ein Verlust von Gefühl und Bewegungskontrolle gegebenenfalls in Verbindung mit starken Kopfschmerzen
  • Schmerzen, Blässe, Kälte und fehlender Puls im Arm oder Bein
  • Verlust des Seh- oder Sprechvermögens

Treten diese oder ähnliche Beschwerden akut und ohne eine offensichtliche andere Ursache auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Im Übrigen informiert die Packungsbeilage von Kombinationspillen über Nebenwirkungen und Risiken. Offene Fragen sollten mit dem Arzt besprochen werden.

Risikoprofil

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Last updated: 2012