Hormone und ihre Wirkung
Natürliche Hormonwirkung
Die Steuerung der Hormonproduktion, die für die Zyklusabläufe verantwortlich ist, übernehmen im Gehirn der Hypothalamus und die Hirnanhangdrüse. Sie sorgen dafür, dass die Eierstöcke in der ersten Phase des Zyklus Östrogene, weibliche Sexualhormone, produzieren. Unter Östrogeneinfluss reifen mehrere Eizellen heran, wobei meist nur eine einzelne Eizelle vollständig ausreift. Außerdem stimulieren Östrogene die Ausbildung der Gebärmutterschleimhaut, so dass sich die Eizelle im Fall einer Befruchtung dort einnisten könnte.
Nachdem der Follikel mit der ausgereiften Eizelle an die Oberfläche des Eierstocks gewandert ist, platzt die Follikel-Hülle auf. Die freigesetzte Eizelle wird vom Eileiter aufgenommen. Der leere Follikel bildet sich nun zum so genannten Gelbkörper um. Nach drei bis vier Tagen beginnt der Gelbkörper das Hormon Progesteron zu produzieren. Das Progesteron bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf das Einnisten einer befruchteten Eizelle vor. Wird die Eizelle nicht befruchtet, trocknet der Gelbkörper aus und seine Hormonproduktion stoppt. Dadurch sinkt der Hormonspiegel im Blut, was dazu führt, dass sich die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut löst und mit der nun beginnenden Monatsblutung ausgestoßen wird. Der hormonell gesteuerte Zyklus beginnt von vorne.
Hormonwirkung durch die Kombinationspille
Die Pille enthält in der Regel eine Kombination aus synthetisch hergestelltem Östrogen und Gestagen („Kombinationspille“). Einzige Ausnahme bildet die so genannte Minipille, die nur aus Gestagen besteht. Auch wenn sich die Varianten der Kombinationspillen in ihrer Dosierung und Zusammensetzung unterscheiden, sind sie in ihrer grundlegenden Wirkweise vergleichbar.
Die hormonellen Wirkstoffe in der Kombinationspille haben im Rahmen des Zyklus mehrere Effekte: Die mit der Kombinationspille dem Körper zugeführten Hormone täuschen dem Hypothalamus eine Schwangerschaft vor. Dieser fährt daraufhin die eigene Hormonproduktion zurück. Die Eireifung und der Eisprung werden unterdrückt und damit auch die Östrogenproduktion im Eierstock. Gestagene sorgen zudem dafür, dass die Schleimbildung am Gebärmutterhals stimuliert wird, so dass eine natürliche Barriere für Spermien entsteht. Durch die Zugabe eines synthetischen Östrogens werden wiederum östrogenabhängige Funktionen, wie z. B. die Zyklusstabilität, gestützt.
Schutzwirkung
Um die Zuverlässigkeit verschiedener Verhütungsmethoden zu vergleichen, hat sich der Pearl-Index etabliert. Er sagt statistisch gesehen aus, wie viele Frauen bei der Verhütung mit einer bestimmten Methode über den Zeitraum von zwölf Monaten schwanger wurden.
Beispielsweise liegt der Pearl-Index bei einer Verhütung mit Kondomen bei 2 bis 12, das bedeutet, zwei bis zwölf Frauen von 100 Frauen werden bei einer ausschließlichen Verhütung mit Kondomen innerhalb von zwölf Monaten schwanger.
Die Kombinationspille hat demgegenüber typischerweise Werte zwischen 0,1 und 1,0 wenn man auch die Möglichkeit von Einnahmefehler berücksichtigt. Die Schwankung zwischen den beiden Werten ergibt sich unter anderem daraus, dass eine Schwangerschaft aufgrund von Anwendungs- oder Einnahmefehlern, z. B. durch das Vergessen der Pille, eintreten kann.
Die Pearl-Indizes aller gegenwärtig verfügbaren Verhütungsmethoden zeigen, dass die Kombinationspille eine der zuverlässigsten Methoden zur Schwangerschaftsverhütung ist. Zudem ist sie auch schnell reversibel, d.h. die Empfängnisfähigkeit kehrt nach Beendigung der Einnahme schnell zurück. Das ist bei anderen sehr zuverlässigen Methoden, wie der Sterilisation, nicht der Fall.
Wichtig ist bei der Einnahme der Pille nur, wie bei allen Methoden zum Empfängnisschutz, dass Anwendungs- bzw. Einnahmefehler vermieden werden. Über Maßnahmen, was bei einem Einnahmefehler zu tun ist, informiert die Packungsbeilage. Offene Fragen sollten mit dem Arzt besprochen werden.
Auch bei Erbrechen und Durchfall innerhalb von drei bis vier Stunden nach der Einnahme der Pille raten die Hersteller zur Vorsicht, da in solch einem Fall nicht garantiert ist, dass die Wirkstoffe vom Körper aufgenommen worden sind. Deshalb sollten Anwenderinnen sich bis zum Beginn des nächsten Einnahmezyklus zusätzlich mit nichthormonellen Verhütungsmethoden schützen.
Außerdem können bestimmte Medikamente wie Antibiotika oder Psychopharmaka die Wirkung der Pille beeinträchtigen. Der verschreibende Arzt kann Sie über mögliche Wechselwirkungen informieren.
Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
Wichtig zu wissen ist, dass die Pille nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie AIDS oder Geschlechtskrankheiten schützt. Im Zweifelsfall sollte unbedingt zusätzlich ein Kondom verwendet werden.
Die Kombinationspille
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