Schlaganfall durch Vorhofflimmern

Der Schlaganfall gilt als die häufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung nach Herzkrankheiten. Allein in Europa werden jährlich 9.6 Millionen Menschen von einem Schlaganfall heimgesucht. Weltweit fordert die Krankheit 5.7 Millionen Menschenleben jedes Jahr. Dabei wird mit einer drastisch steigenden Zahl an Schlaganfällen gerechnet, die mit der zunehmend alternden Bevölkerung einhergeht.

Foto: Schlaganfall
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Was ist ein Schlaganfall?

Kann das Blut nicht mehr ungehindert durch die Gefäße strömen oder hat das Blutgefäß ein Leck, weil es möglicherweise beschädigt ist, können diese beiden Umstände zu einer Schädigung des Gehirn führen. Generell wird zwischen zwei Arten von Schlaganfällen unterschieden: dem hämorrhagischen und dem ischämischen Schlaganfall.

Dabei wird ein hämorrhagischer (auch blutender) Schlaganfall von einem blutenden Gefäß im Gehirn ausgelöst. Anders geht es dagegen bei dem am häufigsten vorkommenden Art von Schlaganfällen, dem ischämischen, zu. Dieser ist für immerhin 85 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich. Hier ist es ein Gerinnsel im Blutgefäß, welches den Sauerstofftransport zum Gehirn behindert und dadurch eine Mangelversorgung der Gehirnzellen mit Sauerstoff verursacht. Ein derartiges Blutgerinnsel kann im Gehirn entstanden sein oder aber von einem anderen Ort im Körper zum Gehirn transportiert worden sein. Hält die Unterbrechung der Sauerstoffversorgung im Gehirn an, können die dortigen Nervenzellen dauerhaft beschädigt werden.

Schätzungen zufolge beläuft sich die Häufigkeit von Schlaganfällen auf nahezu zehn Millionen Fälle in Europa. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnete allein im Jahr 2004 zwei Millionen Schlaganfälle in Europa. Dem stehen zum europaweiten Vergleich knapp drei Millionen Krebsfälle im selben Jahr gegenüber. Eine andere Untersuchung hat gezeigt, dass sowohl für Männer als auch für Frauen das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, mit zunehmendem Alter steigt. Trotzdem erleiden etwa 25 Prozent der unter 65 Jährigen einen Schlaganfall. Unabhängig vom Alter und der Nationalität erleiden laut einer Studie der WHO Männer häufiger einen Schlaganfall als Frauen.

Das Ausmaß der Folgen eines Schlaganfalles ist meist schwerwiegend. Immerhin zählen Schlaganfälle zu einer der Hauptursachen von Langzeitbehinderungen. Jedes Jahr haben fünf Millionen Betroffene mit einer lebenslangen Behinderung zu kämpfen. Dabei kann ein Schlaganfall nahezu alle körperlichen und geistigen Funktionen beinträchtigen. Plötzlich fällt es dem Betroffenen schwer, morgens aus dem Bett zu kommen, kurze Fußwege zurückzulegen und alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Neben der Sprache und den körperlichen Funktionen kann ein Schlaganfall auch mentale Folgen mit sich ziehen.

Vorsicht bei Vorhofflimmern

Vorhofflimmern gilt als eine der häufigsten Formen von Herzrhythmusstörungen und stellt ein Hauptrisiko für einen ischämischen Schlaganfall dar. Dabei bewegen sich die oberen Herzkammern (auch Vorhöfe genannt) unregelmäßig. Dieses Phänomen wird als Vorhofflimmern bezeichnet und kann zur Bildung eines Blutgerinnsels führen, welches sich seinen Weg zum Gehirn bahnt.

Andere bekannte Risikofaktoren für Schlaganfall umfassen hohen Blutdruck, Diabetes, Erkrankungen am Herzen sowie andere Faktoren, die an den Lebenswandel des betroffenen Menschen gekoppelt sind. Dazu gehören Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung. Als fünf wichtige Risikofaktoren können die folgenden benannt werden:

  • Hoher Blutdruck
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes
  • Vorhofflimmern

Da Bluthochdruck eine weit verbreitete Krankheit ist, zählt sie zu einer der Hauptursachen von Schlaganfällen. Demnach werden 40 % aller Schlaganfälle durch zu hohen Blutdruck begünstigt. Vorhofflimmern ist für etwa 15 % aller Schlaganfälle verantwortlich. Demzufolge erleiden mehr Patienten mit hohem Blutdruck einen Schlaganfall, als solche mit Vorhofflimmern.

Aber die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls ist bei Patienten mit Vorhofflimmern dennoch größer, als bei Patienten mit hohem Blutdruck: Während Vorhofflimmern das Risiko eines Schlaganfalls verfünffacht, erhöht Bluthochdruck das Risiko lediglich um das dreifache. Darüber hinaus ist das Ausmaß eines Schlaganfalls bei Patienten mit Vorhofflimmern meist schwerwiegender und nach diesem Schlaganfall beträgt die Wahrscheinlichkeit 50%, dass sie innerhalb eines Jahres sterben.

Als Hauptursachen für Vorhofflimmern gelten in erster Linie hoher Blutdruck, eine verengte Herzklappe, rheumatisches Herzleiden und, wenn auch nur zu einem bestimmten Grad, eine ischämische Herzerkrankung sowie Diabetes.

Die Symptome zu kennen bedeutet, sich selbst und andere zu schützen

Ein einfacher und leicht zu erkennender Hinweis auf Vorhofflimmern ist ein unregelmäßiger Puls. Damit einhergehende Symptome können ein starkes Herzklopfen, Schmerzen in der Brust oder allgemeines Unwohlsein umfassen. Viele Betroffene leiden zusätzlich an Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl und Bewusstlosigkeit. Da Vorhofflimmern jedoch häufig ohne auffallende Symptome verläuft, passiert es, dass Vorhofflimmern nicht erkannt wird, bis der Arzt einen Schlaganfall, Herzprobleme oder ein Blutgerinnsel diagnostiziert.

Im Gegensatz dazu sind die Symptome für einen Schlaganfall wesentlich offensichtlicher. So können Bewusstseinseintrübungen, Lähmungen sowie Seh- und Sprachstörungen auftreten. Im Falle eines Schlaganfalls sollten sich Betroffene ähnlich verhalten wie bei einem Herzinfarkt: ein Schlaganfall sollte schnellstmöglich behandelt und das Risiko mithilfe von präventiven Maßnahmen gesenkt werden.

Vorbeugung ist der beste Schutz

Es gibt Wirkstoffe, die eine Gerinnselbildung im Blut bei Vorhofflimmern behindern können. Bayer HealthCare ist dabei, ein derartiges Medikament zu entwickeln und hat bereits eine klinische Studie mit dem Wirkstoff erfolgreich abgeschlossen.

Hinweis für Patienten
Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.

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