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Schilddrüsenkrebs
Die Schilddrüse – Schrittmacher unseres Stoffwechsels
Die Schilddrüse produziert zwei Hormone: Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese beiden Hormone regulieren die Aktivität unseres Stoffwechsels. Je mehr Schilddrüsenhormone vorhanden sind, desto schneller laufen die Stoffwechselprozesse ab. Sowohl ein Mangel an Schilddrüsenhormonen als auch eine Überproduktion müssen behandelt werden.
Schilddrüsenhormone: Nicht zuwenig und nicht zuviel
Eine überaktive Schilddrüse (Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreoidismus) zeigt die entgegengesetzten Anzeichen: Die Patienten haben einen zu schnellen oder sogar unregelmäßigen Herzschlag, sie vertragen keine Wärme und schwitzen sehr leicht, ihre Muskeln sind ständig angespannt und sie bekommen oft Krämpfe. Die Patienten schlafen schlecht, sie haben viel Appetit und verlieren trotzdem Gewicht. Atemnot, Haarausfall, Durchfall, Erregbarkeit und Angstzustände, hoher Blutdruck und Zittern können weitere Anzeichen sein. Auch hier gilt, dass die meisten Patienten mehrere Symptome zeigen. Man behandelt die Schilddrüsenüberfunktion entweder durch Medikamente, die die Hormonproduktion der Schilddrüse unterdrücken, oder man entfernt operativ einen Teil der Schilddrüse. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Schilddrüsegewebe durch Bestrahlung zu zerstören.
Jod: das Schlüsselelement für die Schilddrüse
Die Schilddrüse ist das einzige Organ im Körper, das Jod benötigt und es gezielt speichert. Diese Besonderheit lässt sich auch für die Behandlung nutzen. Eine überaktive Schilddrüse kann man 'von innen' bestrahlen, indem man dem Patienten radioaktives Jod als Tablette oder Flüssigkeit verabreicht. Das radioaktive Jod sammelt sich nur in der Schilddrüse in hoher Konzentration an und zerstört durch seine Strahlung die überaktiven Zellen der Schilddrüse.
Schilddrüsenkrebs
Schilddrüsenkrebs ist der häufigste Tumor in den Hormondrüsen. Weltweit treten jedes Jahr etwa 140 000 neue Fälle auf, und diese Krebsart ist eine der wenigen, die derzeit immer häufiger werden. Etwa dreimal so viele Frauen wie Männer erkranken an Schilddrüsenkrebs.
Eine Ursache von Schilddrüsenkrebs scheint ein dauernder Jodmangel zu sein – das Risiko ist in diesen Fällen etwa doppelt so hoch wie normal. Eine weitere wichtige Ursache ist eine Strahlenbelastung mit radioaktivem Jod, besonders wenn diese in der Kindheit erfolgt. Wenn die Strahlendosis zu niedrig ist, um das Gewebe der Schilddrüse vollständig zu zerstören (also wie bei einer medizinischen Gabe von radioaktivem Jod), dann werden die Schilddrüsenzellen geschädigt und können Krebs entwickeln. Nach Nuklearunfällen konnte einige Jahre nach dem Unfall ein Anstieg von Schilddrüsenkrebs in den vom nuklearen Fallout betroffenen Gebieten nachgewiesen werden.
Standard-Behandlung von Schilddrüsenkrebs
Es gibt drei großen Gruppen von Schilddrüsenkrebs, eingeteilt nach dem Ursprung der Tumorzellen und dem klinischen Verhalten des Tumors. Sogenannte differenzierte Tumore (papillär oder follikulär) finden sich in etwa 94% aller neu diagnostizierten Fälle. Der medulläre und der anaplastische Typ sind mit 4% bzw. 2% deutlich seltener.
Die Behandlung des Schilddrüsenkrebses unterscheidet sich je nach dem Typ des Tumors, aber fast immer wird die Schilddrüse ganz oder teilweise operativ entfernt. Bei differenziertem Schilddrüsenkrebs kann nach der Operation das noch verbliebene Rest-Gewebe mit einer Radiojodbehandlung zerstört werden.
Studien mit Anti-Krebsmedikament
Hinweis für Patienten
Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.

















