Lungenkrebs

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Stumm, tödlich – und meist 'selbst gemacht'

Lungenkrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern in den Industrieländern und gehört zu den Krebserkrankungen mit hoher Todesrate. Fast 60% aller Amerikaner mit Lungenkrebs sterben schon innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose, und nach einem weiteren Jahr sind schon 75% verstorben. Nach fünf Jahren leben nur noch 14% der Lungenkrebspatienten. Diese Überlebensraten haben sich in den letzten zehn Jahren nicht verbessert.

Nur zum Vergleich: Fünf Jahre nach der Diagnose 'Darmkrebs' – diese Krebsart ist ebenfalls häufig – lebt noch die Hälfte der Patienten. Dabei muss man noch berücksichtigen, dass Darmkrebspatienten eher älter sind, wenn die Diagnose gestellt wird. Ihre natürliche Todesrate ist also höher. Anders ausgedrückt: Lungenkrebs tötet einen wesentlich höheren Anteil der Patienten als Darmkrebs.

Kleinzelliger und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs

Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Typen von Lungenkrebs: Kleinzellige und nicht-kleinzellige Karzinome. Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Therapie unterschiedlich ist. Der kleinzellige Lungenkrebs (SCLC = small cell lung cancer) spricht gut auf eine Bestrahlung und bestimmte Formen der Chemotherapie an, während der nicht-kleinzellige Lungenkrebs (NSCLC = non-small cell lung cancer) manchmal operativ beseitigt werden kann und eine andere Chemotherapie benötigt. Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs ist die häufigere Form; etwa 85-90% aller Fälle von Lungenkrebs lassen sich dieser Kategorie zuordnen.

Ursache von Lungenkrebs

Ein einziges Wort genügt, um die wichtigste Ursache von Lungenkrebs zu beschreiben: Tabakrauch. Der giftige Qualm enthält über 60 bekannte krebserregende Substanzen (Karzinogene). Je mehr Zigaretten ein Raucher pro Tag konsumiert, und je länger er oder sie schon raucht, desto höher wird das Risiko für Lungenkrebs. Die Centers for Disease Control in den USA gehen davon aus, dass 90% aller Fälle von Lungenkrebs bei Männern und 80% bei Frauen direkt auf das Rauchen zurückzuführen sind.

Es gibt auch Nichtraucher, die Lungenkrebs entwickeln: Menschen, die mit Rauchern zusammen leben oder arbeiten und den Rauch 'aus zweiter Hand' einatmen müssen. Dies nennt man Passivrauchen.

In sehr seltenen Fällen wurden auch andere mögliche Ursachen für Lungenkrebs beschrieben, darunter Asbest-Belastung, starke Luftverschmutzung oder natürlich vorkommendes radioaktives Radon-Gas.

Anzeichen für Lungenkrebs und Diagnose

Mögliche Frühzeichen für einen Lungenkrebs sind Husten und Atemnot. Diese Anzeichen sind allerdings bei Rauchern ohnehin häufig; sie treten typischerweise bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung auf. Auch diese Krankheit findet man sehr oft bei Rauchern. Viele Lungenkrebspatienten haben gar keine deutlichen Anzeichen, besonders am Anfang der Erkrankung.

Weitere Symptome können Brustschmerzen, pfeifende oder keuchende Atmung, Bluthusten oder hartnäckige Bronchitis sein. Allerdings kann jedes dieser Anzeichen auch auf eine andere Krankheit hindeuten, deswegen ist es wichtig, mit solchen Symptomen zum Arzt zu gehen.

Die Diagnose 'Lungenkrebs' erfolgt meist durch eine Röntgenaufnahme der Lunge. Zeigt das Röntgenbild einen verdächtigen Tumor - typisch ist ein sogenannter 'Rundherd' - dann kann man eine Probe aus dem verdächtigen Gewebe entnehmen und diese untersuchen. Dazu wird ein Schlauch oder ein Rohr in die Luftwege eingeführt, man nennt diesen Eingriff Bronchoskopie.

Behandlung von Lungenkrebs

Die Behandlung einer Lungenkrebserkrankung hängt vom Tumortyp und vom Krankheitsstadium ab, ebenso vom generellen Gesundheitszustand des Patienten und von der Frage, ob der Tumor bereits gestreut (metastasiert) hat.

Bei örtlich begrenzten Tumoren, die noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) ausgestreut haben, wird man den Patienten operieren. Ziel ist die vollständige Entfernung des Krebses. Kommt eine Operation nicht in Frage, dann wird eine Bestrahlung durchgeführt, oft kombiniert mit einer Chemotherapie.

Bringen Operation, Bestrahlung und Chemotherapie nicht den gewünschten Erfolg, dann bleibt nur noch die sogenannte palliative Therapie. Darunter versteht man die Behandlung von Symptomen, um dem Patienten so gut wie möglich das Leben zu erleichtern. Die Palliativbehandlung wird oft mit Chemotherapie kombiniert, um das Leben des Patienten zu verlängern.

Neues Medikament zur Behandlung von Lungenkrebs

Bayer untersucht derzeit ein Medikament zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, bei denen bereits zwei oder drei frühere Behandlungsversuche gescheitert sind. Die Studie wird in mehr als 120 Zentren in Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und dem asiatisch-pazifischen Raum einschließlich Japan durchgeführt. Die ersten Ergebnisse der Studie sind Ende 2011 oder Anfang 2012 zu erwarten.

Das Medikament wird zweimal täglich als Tablette angewandt. Es ist bereits in mehr als 100 Ländern zur Behandlung von Nieren- und Leberkrebs zugelassen.

Hinweis für Patienten
Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.
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