Alzheimerdiagnose

Welcher Tag ist heute? Wo liegt der Autoschlüssel? Wie heißt dieses Dingsda noch mal? Fast jeder erlebt im Alltag Situationen, in denen er etwas vergessen hat oder ihm das richtige Wort gerade nicht einfallen will. Treten Wortfindungsstörungen, Erinnerungslücken oder Verhaltensänderungen im Lauf der Jahre aber immer massiver auf, kann eine krankhafte Störung des Gedächtnisses dahinterstecken: eine Demenzerkrankung.

Foto: PET-MRI-Überlagerung Alzheimer-Patient

Die häufigste Form von Demenz (lat. demens: ohne Geist sein, verwirrt) ist die Alzheimer-Krankheit, auch Morbus Alzheimer genannt. Meist sind Personen, die älter als 60 Jahre sind, von dieser fortschreitenden neurodegenerativen Erkrankung betroffen, die zum vorzeitigen Tod führen kann. Laut von der Fachzeitschrift „Alzheimer & Dementia“ veröffentlichten Schätzungen aus dem Jahr 2006 leiden weltweit mehr als 26 Millionen Menschen an Alzheimer. Bis zum Jahr 2050 könnte diese Zahl die 100 Millionen-Grenze überschreiten.

Bei dieser sich schleichend entwickelnden Erkrankung des Gehirns sterben langsam, aber stetig und  unaufhaltsam, die Nervenzellen ab. Das Gehirn schrumpft. Die Folge: Bei den Betroffenen nehmen die Hirnfunktionen ab. Sie leiden im Vorstadium unter Beeinträchtigungen des Gedächtnisses und der Orientierung. Experten bezeichnen diese Ausfälle als leichte kognitive Störungen (LKS) oder „Mild Cognitive Impairment“ (MCI). Später werden Angehörige und Freunde nicht mehr erkannt, dann kommt es zum Totalverlust von Urteilsfähigkeit und Persönlichkeit. Bei manchen Patienten zieht sich die Krankheit bis zu zwei Jahrzehnte hin.

(Quelle: H. Barthel, O. Sabri, Universitätsklinikum Leipzig, 2009)

Frühe Erkennung verspricht größere Behandlungserfolge

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es zwar keine Heilung, doch könnte eine frühe Behandlung der Symptome in Verbindung mit der richtigen Pflege und Unterstützung die Lebensqualität von Menschen, die mit Alzheimer leben, verbessern. Für die Betroffenen könnten die fortgeschrittenen Bildgebungsverfahren und die damit verbundene frühzeitige Diagnose also zu wesentlichen Verbesserungen führen.

Obwohl bei derzeitigen Behandlungen nur die Symptome statt der zugrunde liegenden Ursachen behandelt bzw. gelindert werden können, häufen sich die Nachweise, dass Alzheimer-Patienten am meisten profitieren, wenn die Behandlung zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung einsetzt. Noch mehr erwarten Forscher und Ärzte vom effektiven Einsatz von Medikamenten, und viel versprechende Verfahren werden derzeit bereits klinisch untersucht. Neuartige Techniken zur Früherkennung können die Entwicklung entsprechender Alzheimer-Medikamente vorantreiben.

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Erkrankung wird oft nicht erkannt oder fehldiagnostiziert

Bereits im Anfangsstadium der Krankheit lagern sich Beta-Amyloide im Gehirn ab und formen die so genannten Amyloid-Plaques. Derzeit ist jedoch ein Nachweis dieser Proteinablagerungen und somit eine eindeutige Diagnose der Alzheimer-Krankheit erst nach dem Tod möglich.

Für eine Diagnose am lebenden Patienten sind heutzutage eine lange Reihe zeitaufwendiger klinischer Tests sowie neuropsychologische Untersuchungen und herkömmliche Bildgebungsverfahren notwendig. Bei Patienten in frühen Phasen der Alzheimer-Erkrankung, bei Fällen von gemischten Krankheiten (Komorbidität) und bei Patienten mit einem hohen IQ kann die Erstellung der Diagnose besonders schwierig sein.

Post mortem durchgeführte Studien belegen zudem, dass die klinische Diagnose der Alzheimer-Krankheit in 10 bis 30 Prozent der Fälle nicht korrekt ist. Demzufolge besteht ein erheblicher Bedarf an besseren und schnelleren Erkennungsmethoden, um zwischen Alzheimer und anderen Formen der Demenz unterscheiden zu können.

Klinische Studien für eine frühere und exaktere Diagnosemöglichkeit

Bayer HealthCare Pharmaceuticals beschäftigt sich u.a. mit der Entwicklung neuartiger Marker für die Positronen-Emissionstomographie (PET), mit denen die Diagnose der Alzheimer Erkrankung unterstützt werden könnte. Einer der in der klinischen Entwicklung befindlichen PET Marker bindet spezifisch an Amyloid-Plaques im Gehirn – das pathologische Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit. Die erfolgreiche Entwicklung neuer Substanzen in diesem Bereich würde einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer früheren und exakteren Diagnose von Alzheimer darstellen.

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