Methodenhandbuch zur Sexualaufklärung in Uganda vorgestellt

Bayer und die DSW haben gemeinsam ein innovatives Projekt zur Sexualaufklärung entwickelt

Am 8. September 2011 hat die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung in Uganda ein innovatives Handbuch zur Sexualaufklärung von Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis vierzehn Jahren vorgestellt. Die Präsentation in der Hauptstadt Kampala fand in Anwesenheit der Königin der ugandischen Provinz Buganda, verschiedener Minister, Botschafter und Vertretern von Partnerorganisationen statt.

Die Erarbeitung des Methodenhandbuchs basiert auf den Erfahrungen eines Anfang 2009 gestarteten Projekts der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, dessen zentrales Anliegen die frühe Aufklärung Jugendlicher ist. In Uganda ist dies von besonderer Bedeutung: Fast die Hälfte der rund 30 Millionen Einwohner ist jünger als 15 Jahre. In diesem Alter haben viele Heranwachsende bereits erste Sexualkontakte gehabt, ohne ausreichend aufgeklärt zu sein. Als Folge ist jedes vierte Mädchen bereits mit 15 Jahren Mutter. Dazu kommt, dass rund vier Prozent aller 15-24-jährigen jungen Frauen HIV-infiziert sind. Bayer Healthcare Pharmaceuticals engagiert sich als Partner in diesem ambitionierten Projekt.

David Kafambe und seine Kollegen von der DSW fahren mit einem "Youth Truck" direkt dorthin, wo die jungen Ugander sich aufhalten: in die Schulen, auf die Marktplätze und zu den Jugendtreffs. Mit spielerischen Methoden holen sie die Jugendlichen aus der Reserve: Wer den Ball fängt, stellt die erste Frage, was ihn oder sie am meisten am Thema Sexualität interessiert. Dann fliegt der Ball zum nächsten Teenager und zur nächsten Frage. Jeder Ballkontakt bringt mehr Informationen und mehr Sicherheit im Umgang mit diesem wichtigen Thema.

Gezielte Aufklärung junger Menschen

Das Young Adolescents Project wendet sich gezielt an eine sehr junge Zielgruppe, die in der herkömmlichen Aufklärungsarbeit häufig nicht einbezogen ist: Im Rahmen des Projekts klärt die Stiftung Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 14 Jahren an zehn Grundschulen in Masindi, Tororo und Wakiso über Sexualität und Verhütung auf. Das Wissen hilft ihnen, bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen verantwortungsbewusst zu handeln und gesundheitliche Gefahren zu vermeiden. Mit großem Erfolg: Eine Studie zeigt, dass sich das Wissen und Verhalten der Jugendlichen, ihrer Eltern und der Lehrer innerhalb eines Jahres deutlich verbessert hat. Während zu Beginn des Projekts lediglich elf Prozent der Schüler wussten, wie sie eine ungewollte Schwangerschaft vermeiden können, stieg deren Anteil innerhalb eines Jahres auf nahezu 100 Prozent.

Integrativer Ansatz schließt Umfeld mit ein

Die Aufklärungsarbeit in den Schulen erfolgt in Zusammenarbeit mit Lehrern, Schulleitung und Eltern. Zugleich wird das weitere soziale Umfeld wie religiöse Entscheidungsträger und Gemeinde- und Distriktvertreter informiert bzw. einbezogen, um Projekterfolge nachhaltig zu verankern. Lokale Gesundheitseinrichtungen und -behörden sind weitere Zielgruppen des Projekts. Als einzigartige integrierte Sozialplattform hat sich die Etablierung von innerschulischen Jugendclubs bewährt, in denen Schüler als Jugendberater ausgebildet werden, die ihre Mitschüler individuell und fachkundig rund um die Themen reproduktive Gesundheit, Verhütung und Familienplanung sowie AIDS-Prävention beraten (Youth-to-Youth-Initiative).

Das neue Methodenhandbuch ist als „Toolkit“ konzipiert, um diesen erfolgreichen Ansatz nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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