IMI – Innovative Medicines Initiative
Das größte Kapital eines Pharmaunternehmens sind die Ideen und die Kompetenz seiner Mitarbeiter. Experten unterschiedlichster Fachgebiete aus den Naturwissenschaften, Medizin und Technik arbeiten Hand in Hand, denn die Entwicklung eines neuen Medikamentes ist ein vielschichtiger Prozess.
Durch ein Studium der Pharmazie, Chemie oder Medizin, das vorrangig naturwissenschaftliche (bzw. medizinische) Inhalte hat und auf den späteren Beruf als Apotheker, Mitarbeiter in der chemischen Industrie oder Arzt ausgerichtet ist, sind die Absolventen auf die komplexen Anforderungen in der modernen Arzneimittelentwicklung meist nur unzureichend vorbereitet. Das trifft insbesondere auf jene zu, die in den neuen EU-Beitrittsländern studiert haben. Praxisnahe, Länder- wie fächerübergreifende Ausbildungskonzepte sind hier gefragt.
Praxisnahe Zusatzqualifikationen
| Hintergrund |
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| Die Innovative Medicines Initiative (IMI) wurde 2008 gemeinsam von der Europäischen Kommission und dem europäischen Pharmaverband (EFPIA) ins Leben gerufen, um durch Zusammenarbeit von Pharmaindustrie, akademischer Forschung, Kliniken, Zulassungsbehörden und Patientenorganisationen die Erforschung und Entwicklung neuer und besserer Medikamente in Europa zu beschleunigen. |
IMI will deshalb eine paneuropäische Plattform für Aus- und Weiterbildung im Pharmabereich schaffen, die den gesamten Zyklus der Entwicklung eines Medikaments im Blick hat – von der Grundlagenforschung bis hin zur Anwendungsbeobachtung nach der Marktzulassung des Produktes.
Ziel ist es, möglichst praxisnahe Masterstudiengänge und Doktorandenprogramme zu entwickeln und nach dem ECTS-System zu akkreditieren, damit einzelne Studienleistungen und Abschlüsse europaweit anerkannt werden. Die Inhalte werden von Dozenten aus Industrie und Hochschule gemeinsam vermittelt. Zusätzlich werden sie auch über eine e-Learning-Plattform zur Verfügung gestellt, so dass Studenten aus allen EU-Ländern unabhängig von ihrem Standort darauf zugreifen können. Das Projekt EMTRAIN (European Medicines Research Training Network) koordiniert diese Aktivitäten. Die ersten spezifischen Studiengänge werden in drei separaten Projekten – PHARMATRAIN, SAFESCIMET und EU2P – erarbeitet.
„Die Teilnehmer sollen durch die neuen Studienprogramme einen tiefen, realistischen Einblick in die Arzneimittelentwicklung erhalten und dabei gleichzeitig eine Zusatzqualifikation erwerben, mit der sie künftig auch andere Aufgaben in Firmen, Zulassungsbehörden und Verwaltungen übernehmen können“, sagt Dr. Matthias Gottwald, der für EMTRAIN bei Bayer Schering Pharma verantwortlich ist. „Für die Universitäten, die diese Programme anbieten werden, sind es interessante, profilbildende Zusatzangebote.“ Die Pharmaunternehmen profitieren natürlich ebenfalls: Sie können höher qualifizierte Mitarbeiter einstellen und bereits Beschäftigte durch Teilnahme an einzelnen Ausbildungsmodulen gezielt weiter trainieren.
Das EMTRAIN-Netzwerk
| Ziele |
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Ziel von IMI ist es Innovationshemmnisse abzubauen, um zu einer schnelleren und effizienteren Entwicklung neuer Therapien zu gelangen. Dies soll erreicht werden durch:
IMI wurde mit einem Forschungsetat von zwei Milliarden Euro für sechs Jahre ausgestattet, der je zur Hälfte von der EU-Kommission und der Pharmaindustrie aufgebracht wird. |
Für das Projekt haben sich über 60 Firmen, Institutionen und Universitäten aus ganz Europa zusammengeschlossen. Zu den akademischen Partnern gehören unter anderem die Universitäten von Oxford, Manchester und Wien sowie das Helmholtz Zentrum (München) und das Karolinska Institut (Stockholm). Die Projektkoordination hat Astra Zeneca übernommen.
Hauptaufgabe von EMTRAIN ist es, alle Aus- und Weiterbildungs-projekte im Rahmen von IMI zu unterstützen. Beispielswiese durch Qualitätskontrolle der im Rahmen von IMI zu entwickelnden Kurse, bei e-Learning-Angeboten, Hilfestellung bei der Akkreditierung der Programme sowie bei der diesbezüglichen Erschließung von Ländern, wie denen Ost- und Südosteuropas, in denen es bisher noch wenig oder gar keine derartigen Ausbildungsangebote gab. „Wir möchten erreichen, dass „IMI-zertifiziert“ zum anerkannten Qualitätskriterium für Aus- und Weiterbildung im Bereich der Pharmazeutischen Medizin wird“, sagt Dr. Gottwald.
Bayer Schering Pharma unterstützt EMTRAIN
Bayer Schering Pharma wird das Projekt einerseits in Fragen der internationalen Anerkennung der neuen Studienleistungen und Abschlüsse unterstützen. Zum anderem wird das Unternehmen an der europäischen Ausweitung der neu entwickelten Aus- und Weiterbildungsprogramme arbeiten, um sicher zu stellen, dass die Kurse auch in den Ländern, die selbst keine starke Pharmaindustrie haben, zugänglich sind. „Fast alle Pharmakonzerne haben Niederlassungen in diesen Ländern und es ist für uns wichtig – gerade für die Durchführung von Studien und einen konstruktiven Dialog mit den Arzneimittelbehörden im jeweiligen Land – auch dort qualifizierte Mitarbeiter zu haben“, betont Dr. Gottwald.
Das Projekt PHARMATRAIN
PHARMATRAIN (Pharmaceutical Medicine Training Program) ist eines der drei ersten spezifischen Ausbildungsprojekte von IMI. In ihm wird ein Masterstudiengang entwickelt, der den gesamten Prozess der Arzneimittelentwicklung abbildet – von der frühen Forschung bis zur Zulassung.
Zu den Themen-Modulen, die angeboten werden sollen, gehören unter anderem die Suche nach neuen Targets („Zielorte“ für Wirkstoffe im Körper) und nach Leitstrukturen (Wirkstoffklassen), die präklinische Entwicklung (Toxikologie, Kinetik und Sicherheitsbewertung von Wirkstoffen), die klinische Entwicklung (klinische Pharmakologie, Biometrie sowie Statistik zur Auswertung von Studiendaten) bis hin zu Fragen der Zulassung, gesundheitsökonomischen Bewertung und Preiserstattung.
In Deutschland wird ein derartiger Studiengang bislang nur an der Universität Duisburg-Essen angeboten. Neben dieser Hochschule werden als akademische Partner unter anderem die Universitäten von Basel, Brüssel, Wien, Belgrad, Cardiff, Budapest sowie das Kings College (London) und das Karolinska Institut (Stockholm) beteiligt sein. Die Projektkoordination liegt in den Händen der Universität Basel, Ko-Koordinator von Seiten der 15 beteiligten Pharmaunternehmen ist Astra Zeneca.
Über die Aus- und Weiterbildungsprojekte Projekte EU2P und SAFESCIMET lesen Sie demnächst an dieser Stelle.
- Mehr Informationen über die IMI (extern)
- Mehr Informationen über die IMI-Themen der ersten Runde
- Mehr Informationen über die IMI-Themen der zweiten Runde
- Mehr Informationen über das IMI Projekt SAFE-T
- Mehr Informationen über das IMI Projekt SAFESCIMET
- Mehr Informationen über das IMI Projekt Eu2P


















