8. Internationaler Dialog für Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung 2010
- Teilnehmer der Konferenz in der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Berlin
Das Thema Entwicklungshilfe kann auch richtig Spaß machen. Zum Beispiel wenn Huzeifa Bodal von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) schmunzelnd feststellt, dass die Bemühungen um sexuelle Selbstbestimmung von Frauen in Entwicklungsländern „sexier“ dargestellt werden müssen, damit die Öffentlichkeit dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenkt. Diese Forderung war eine von vielen Anregungen der Arbeitsgruppen beim „Internationalen Dialog Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung“ Anfang Oktober in Berlin. In der Konferenz erarbeiteten Experten aus 17 Ländern Ideen, wie das Recht auf reproduktive Gesundheit – also das Recht auf Sexualität und Zugang zu Familienplanungsmethoden – für alle Menschen verwirklicht werden kann.
Das Bundesentwicklungsministerium, die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, die KfW-Bank, die Bayer Schering Pharma AG und andere hatten eine hochkarätige Runde aus UN-Experten, Vertreter aus der Politik und einer ganze Riege von Direktoren großer Hilfsorganisationen nach Berlin eingeladen. Das diesjährige Ziel lautete: die Entwicklung eines Empfehlungskatalogs für politische Entscheidungsträger weltweit. Dafür identifizierten die Teilnehmer der Konferenz im intensiven Erfahrungsaustausch die Erfolgsfaktoren für gelungene Familienplanungsprogramme.
Entwicklungshelfer bräuchten für die Verwirklichung des Menschenrechts auf reproduktive Gesundheit nicht nur Überzeugungskraft, sondern auch die Unterstützung der Finanzminister, sagte Renate Bähr, Direktorin der Deutschen Stiftung für Weltbevölkerung. Aber, wie sie hinzufügte, es sei wichtig, „dass wir rausgehen und das Thema ins öffentliche Bewusstsein rücken. Wir wollen Teil jenes Prozesses sein, der die UN-Milleniumsziele – Bekämpfung der Armut, des Hungers, der Kinder- und Müttersterblichkeit, Malaria, HIV – begleitet und über das Jahr 2015 hinaus fortschreibt“.
Die Tagungsteilnehmer präsentierten zudem konkrete Ansätze für eine zeitgemäße Entwicklungszusammenarbeit, die den technischen Fortschritt effektiv nutzt. Sie soll nicht nur „sexier“ beim Auftritt gegenüber der Presse weltweit werden, sie soll sich auch professioneller vernetzen. Die Experten empfehlen darüber hinaus, uneinheitliche Datensammlungen zu Bevölkerungsstrukturen besser aufeinander abzustimmen, um auf Grundlage dieses Materials gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Frauengesundheit entwickeln zu können.
Die Entwicklungshelfer haben sich in Berlin selbst kritisch hinterfragt und manches an Eingefahrenem überdenken müssen, wie es ein Teilnehmer einschätzte. Im Anschluss an die Dialogkonferenz wird ein Empfehlungskatalog erarbeitet. Der Katalog liefert politischen Entscheidungsträgern weltweit die Argumente, warum sie die Verankerung reproduktiver Gesundheit als Menschenrecht unterstützen sollten.
- Mehr Informationen zum 9. Internationalen Dialog (2011)
- Mehr Informationen zur Fachtagung Partnerschaften für Gesundheitsfürsorge in Entwicklungsländern (2009)
- Mehr Informationen zum 7. Internationalen Dialog (2008)
- Mehr Informationen zum 6. Internationalen Dialog (2007)


















