6. Internationaler Dialog - Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung 2007

Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung – 6. Internationaler Dialog berät in Berlin über Gestaltung städtischen Wachstums und Familienplanung

Berlin – Die sinnvolle Planung des künftigen städtischen Wachstums und die Familienplanung sind Gegenstand des 6. Internationalen Dialogs über Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung, das am Montag in Berlin eröffnet wurde. 180 Politiker, Wissenschaftler, Vertreter von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie Konzernrepräsentanten beraten darüber, wie auf diese Weise weltweit Armut bekämpft, Gewalt verhindert, die Umwelt geschützt und die Globalisierung gerechter gestaltet werden kann.

Die Exekutivdirektorin des UN-Siedlungsprogramms Habitat, Anna Kajumulo Tibaijuka, erinnerte daran, dass die Hälfte der 6,4 Milliarden Menschen in Städten lebt, viele davon in Slums. Die Städte zögen vor allem in den Ländern der Dritten Welt immer mehr Menschen an, da sie dort Arbeit, Bildung und ein besseres Leben erwarteten. Das stelle die Behörden vor gewaltige Probleme, die in enger Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gelöst werden müssten. Tibaijuka forderte die Bereitstellung von mehr Geld für den Ausbau der Infrastruktur, um der Verslumisierung von Städten entgegen zu wirken. Damit beuge man auch der Gewalt vor. Notwendig sei zudem die Herstellung eines “Gleichgewichts“ der Besiedlung von Stadt und Land. Dazu sei es erforderlich, in den ländlichen Gebieten die Lebensverhältnisse nach und nach denen der Stadt anzupassen.

Die Frauenministerin von Kambodscha, Ing Kantha Phavi, berichtete, in ihrem Land gebe es glücklicherweise noch keine solchen Megacitys wie etwa in Mexiko. Dafür habe man ein großes Problem mit dem Menschenschmuggel und der Gewalt, speziell gegen Frauen. 80 Prozent der Menschen wohnten auf dem Land. Deshalb müssten große Anstrengungen unternommen werden, um Arbeit, Bildung und Dienstleistungen, die bisher hauptsächlich auf die Städte konzentriert seien, auch hierher zu bringen.

Die Generaldirektorin der Internationalen Familienplanungsföderation IPPF, Gill Greer, berichtete über Projekte in zahlreichen Ländern der Welt, so gegen Zwangsheirat in Uganda, und Aufklärungskampagnen für Familienplanung unter anderem in Äthiopien und Ghana. Sie forderte, die Öffentlichkeit für diese Probleme stärker zu sensibilisieren.

Der Bürgermeister von Entebbe (Uganda), betonte die Notwendigkeit der Einbeziehung aller gesellschaftlichen Kräfte in die Lösung der sozialen und kommunalen Probleme in den großen Städten. Er habe deshalb in seiner Stadt, die in den letzten 45 Jahren von 50 000 auf zwei Millionen Einwohner angewachsen sei, speziell Frauen und junge Menschen für die Mitarbeit in die Gremien gewonnen.

Vertreter von Entwicklungsorganisationen verwiesen in der Diskussion auf die Rolle der Frau bei Themen wie sexueller Aufklärung, Gesundheitsfürsorge und Familienplanung als ausschlaggebend für die Bevölkerungsentwicklung und die Bekämpfung von Aids.

Der 6. Internationale Dialog wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam mit der Bayer Schering Pharma AG sowie weiteren Entwicklungsorganisationen ausgerichtet.

6. Internationaler Dialog

Seit 2001 organisiert Bayer Schering Pharma die Reihe „Internationaler Dialog Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung“ in Zusammenarbeit mit der IPPF, der größten Nichtregierungsorganisation im Bereich der reproduktiven Gesundheit, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und anderen Partnern. Ziel dieser Veranstaltung ist es, den Dialog zwischen Politikern, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftlern und der Industrie zu fördern und ihre Zusammenarbeit bei Familienplanungsprogrammen voranzutreiben.

Werkzeuge
.
Podcast Center

open
close
http://www.bayerpharma.com/de/presse/im-fokus/6-internationaler-dialog-bevoelkerung-und-nachhaltige-entwicklung.php

Copyright © Bayer Pharma AG