Zugang zur medizinischen Forschung weltweit verbessern
Weltgesundheitsgipfel: Mauern abbauen für mehr Fortschritt im Gesundheitswesen.
- Von links nach rechts: Bundesgesundheitsminister Phillip Rösler, Andreas Fibig (Vorstandsvorsitzender Bayer Schering Pharma), Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister von Berlin), Aaron Motsoaledi (Gesundheitsminister Südafrika) Detlev Ganten (WHS Präsident) , Karl Einhäupl (Vorstandsvorsitzender Charité)
In seiner Rede wies Fibig auf die negativen Auswirkungen chronischer Krankheiten auf die volkswirtschaftliche Entwicklung in Industrie- und Entwicklungsländern hin. So werde China nach Berechnung der Weltgesundheitsorganisation in den nächsten zehn Jahren allein 558 Milliarden Dollar an nationalem Einkommen durch Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Diabetes verlieren. Gerade die pharmazeutische Industrie leiste mit therapeutischen Innovationen einen wichtigen Beitrag für das Wohlbefinden von Patienten und trage durch indirekte Spareffekte (z.B. weniger oder kürzere Krankenhausaufenthalte) zur Stabilisierung von Gesundheitskosten bei. Der World Health Summit sei daher, so Fibig weiter, „eine hervorragende Gelegenheit, um gemeinsam mit Experten zu diskutieren, wie wir Innovationen auf wissenschaftlicher Ebene in neue therapeutische Ansätze überführen.“
Am Montagvormittag war Dr. Jörg Reinhardt, Vorstandsvorsitzender von Bayer HealthCare, eingeladen, bei einem Arbeitstreffen im Rahmen des Kongresses die Sicht der Pharmaindustrie zu erläutern. Das Thema: "Zunehmende Komplexität in der medizinischen Forschung“. Nicht zuletzt durch die Einführung neuer Technologien entstehe bereits in den frühen Phasen der Forschung eine enorme Datenflut. Dr. Reinhardt unterstrich, dass diese Daten bereits in einem frühen Stadium dazu genutzt werden müssen, um klare Entscheidungen für den späteren Projektverlauf zu treffen. Ziel ist es, später unnötige Kosten in der weiteren Entwicklung zu vermeiden und Substanzen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in der weiteren Entwicklung scheitern würden noch effektiver auszusortieren. "Fail early, fail cheap" sei dabei die Devise. Ein wichtiges Werkzeug hierfür, so Dr. Reinhardt weiter, sei die Entwicklung intelligenter Systeme, sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen klinischer und präklinischer Forschung. "Darüber hinaus wird in Zukunft die personalisierte Medizin stärker in den Vordergrund rücken. Jedoch bedarf es dafür noch großer Anstrengungen und eines langen Atems aller Stakeholder, bis die personalisierte Medizin ein integraler Bestandteil der medizinischen Versorgung geworden ist", fügte Dr. Reinhardt hinzu.
Bayer Schering Pharma war zudem Veranstalter eines Partner Lunch Symposiums mit dem Titel: „Challenging the Worldwide Cardiovascular Crisis“. Unter dem Vorsitz von Frank Misselwitz, Leiter der Abteilung Herz-Kreislauf in der Klinischen Entwicklung, stellte Dr. Jörg Reinhardt in seiner Begrüßung die Historie von Bayer in der Herz-Kreislauf-Forschung heraus. Noch heute sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu denen z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall gehören, mit Abstand die häufigste Todesursache weltweit. Allein in der EU sterben ca. 40 Prozent aller Menschen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei sind Männer und Frauen in gleichem Maße betroffen. Auch beschränken sich diese Erkrankungen nicht mehr nur auf die Wohlstandsländer, sondern auch Schwellen- und Entwicklungsländer sind entscheidend betroffen. Dies stellt eine große Herausforderung für das globale Gesundheitswesen dar. Im Rahmen des Symposiums referierten drei der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet Herz-Kreislauf: Prof. Roberto Ferrari, Prof. the Lord Ajay Kakkar und Prof. Valentin Fuster. Die Experten gaben eine tiefe Einsicht in die globalen Auswirkungen des Problems und waren sich darüber einig, dass neben der Erforschung neuer Therapien, der Fokus verstärkt auf Prävention und der Entwicklung von Präventionsmaßnahmen gelegt werden muss, um dieser globalen Herausforderung zu begegnen. Die Einführung von Antirauchgesetzen habe erste positive Wirkung gezeigt, jedoch sollten Ausbildungs- und Erziehungsprogramme zu gesunder Ernährung und mehr Sport, auch bereits für 3-6-Jährige, gezielter gefördert werden.


















