Bayer Schering Pharma kooperiert mit AC Immune auf dem Gebiet der Alzheimer-Erkrankung

Florbetaben erstmalig bei klinischer Studie zur Alzheimer-Therapie eingesetzt


Bayer Schering Pharma wird seinen Entwicklungskandidaten Florbetaben, einen sogenannten PET (Positronen-Emissions-Tomographie)-Tracer, dem Schweizer biopharmazeutischen Unternehmen AC Immune SA für eine klinische Studie zur Verfügung stellen. In der Phase-I-Studie wird der neuartige PET-Tracer eingesetzt, um Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten sichtbar zu machen, welche mit dem therapeutischen Impfstoff ACI-24 von AC Immune behandelt werden. Damit wird Florbetaben erstmals bei der Entwicklung einer Therapieoption für Alzheimer-Patienten eingesetzt.

08. Oktober 2009

„Bayer Schering Pharma hat bereits in einer eigenen Phase-II-Studie das Potenzial von Florbetaben gezeigt, Ablagerungen von Beta-Amyloid im Gehirn spezifisch nachzuweisen", sagte Dr. Thomas Balzer, Leiter der Globalen Klinischen Entwicklung im Bereich Diagnostische Bildgebung bei Bayer Schering Pharma. „Die Kooperation mit AC Immune ermöglicht es uns, wertvolle klinische Daten zu Florbetaben bei der Entwicklung eines neuartigen therapeutischen Ansatzes zur Behandlung von Alzheimer-Patienten zu sammeln."

„Die Zusammenarbeit mit Bayer Schering Pharma wird uns bei unserer klinischen Entwicklung von ACI-24 voranbringen“, sagte Prof. Andrea Pfeifer, Geschäftsführerin von AC Immune. „Der Einsatz einer diagnostischen Bildgebungssubstanz zum Nachweis von Beta-Amyloid-Ablagerungen kann entscheidende Hinweise für die Dosierung unseres ACI-24 geben. Es wird immer wichtiger, neben Medikamenten auch therapiebegleitende Diagnoseverfahren zu entwickeln. Wir freuen uns darauf, bei dieser bahnbrechenden Arbeit mit den Experten von Bayer Schering Pharma zu kooperieren."

Bislang gibt es keinen diagnostischen Test, um Ablagerungen von Beta-Amyloid – ein wichtiges pathologisches Merkmal der Alzheimer-Erkrankung – im Gehirn der Patienten zu Lebzeiten nachzuweisen. Häufig erfolgt die klinische Diagnose der Alzheimer-Erkrankung erst in einem fortgeschrittenen Stadium und weicht in vielen Fällen von der Diagnose nach dem Tod ab. Die derzeitige klinische Diagnose basiert auf kognitiven Tests sowie Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT). Diese Methoden dienen vor allem dem Ausschluss anderer Demenz-Erkrankungen. Ein diagnostischer Test könnte zukünftig helfen, neue Behandlungsmethoden in klinischen Studien besser einzuschätzen und vorhandene pathologische und kognitive Tests zu ergänzen. Ein neues diagnostisches Mittel zur Erkennung von Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn – wie etwa der PET-Tracer von Bayer – könnte eine frühzeitige Diagnose unterstützen und somit zu einer früheren Behandlung beitragen, noch bevor die Symptome zu weit fortgeschritten sind.

Über Florbetaben (18 F)

Florbetaben ist ein einlizenzierter 18F-markierter PET-Tracer, der spezifisch an Beta-Amyloid-Ablagerungen bindet. Diese Ablagerungen (Plaques) bestehen aus Proteinen, die sich im Hirn ansammeln und ein pathologisches Merkmal der Alzheimer-Erkrankung sind. Da die Ansammlung des Beta-Amyloid-Proteins im Gehirn auch im Mittelpunkt der Entwicklung neuer therapeutischer Behandlungen steht, könnte Florbetaben möglicherweise die Entwicklung dieser neuen Behandlungsansätze unterstützen. Eine Phase-II-Studie zeigte, dass anhand von PET-Bildern, welche die Aufnahme des Tracers (Markers) im Gehirn zeigen, zwischen Patienten mit klinisch diagnostizierter Alzheimer-Erkrankung und gleichaltrigen gesunden Menschen unterschieden werden kann. Die Phase-II-Ergebnisse wurden auf der diesjährigen Internationalen Alzheimer Konferenz (ICAD) in Wien vorgestellt.

Über ACI-24

ACI-24 ist ein therapeutischer Impfstoff, der das Immunsystem des Patienten zur Produktion von Antikörpern anregt, die die Ablagerung von Beta-Amyloid verhindern bzw. deren Beseitigung fördern. Während der vorklinischen Entwicklung hat ACI-24 in vivo eine hohe Wirksamkeit bei der Wiederherstellung des Gedächtnisses und der Verringerung der Ablagerungen gezeigt. ACI-24 ist außerdem durch eine sehr hohe Spezifität gekennzeichnet, die auf die Erzeugung einer konformationsspezifischen Antikörperreaktion zurückzuführen ist. Das hervorragende Sicherheitsprofil von ACI-24 konnte in vorklinischen Studien anhand des Fehlens lokaler Entzündungen in entsprechenden Modellen sowie eines T-Zell-unabhängigen Mechanismus´ belegt werden.

Über die ACI-24-Studie

Bei der Studie handelt es sich um eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie der Phase I. Als Primärziel werden Sicherheit und Verträglichkeit von ACI-24 untersucht. Sekundärer Endpunkt ist die Bewertung der Wirksamkeit bei Patienten mit milder bis moderater Alzheimer-Erkrankung. Die Phase-I-Studie soll die beste Dosis von ACI-24 finden, die dann in der Phase II verwendet wird. Es werden drei Patientengruppen beobachtet, die jeweils eine andere Dosis ACI-24 erhalten.

Über die Alzheimer-Erkrankung

Die Alzheimer-Erkrankung ist eine schwerwiegende neuro-degenerative Krankheit und die häufigste Form der Demenz. Sie tritt meist bei Menschen über 60 Jahren auf und ist eine fortschreitende Krankheit, die zu vorzeitigem Tod führen kann. Umfragen des Jahres 2006 zufolge leiden weltweit mehr als 26 Millionen Menschen unter der Alzheimer-Erkrankung. Bis zum Jahre 2050 könnte sich diese Zahl auf mehr als 100 Millionen erhöhen. Derzeit gibt es keine Heilung für Alzheimer-Patienten. Jedoch können die Behandlung der Symptome und eine geeignete Unterstützung das Leben der Alzheimer-Patienten erleichtern.

Über AC Immune SA

AC Immune SA ist ein führendes biopharmazeutisches Unternehmen in der Entwicklung von Medikamenten gegen die Alzheimer-Erkrankung mit Sitz in Lausanne, Schweiz. AC Immune entwickelt auf drei Ebenen innovative Therapeutika gegen Alzheimer und andere konformationsspezifische Erkrankungen mit dem Potenzial, die Besten in ihrer Klasse zu werden: Impfstoffe, Antikörper und chemische Moleküle. Neben anderen Programmen entwickelt das Unternehmen eine spezielle Form der Alzheimer-Therapie mit dem Wirkstoff ACI-24, der 2009 in die kombinierte klinische Phase-I/IIa-Studie eingetreten ist. Therapeutische Moleküle werden zusätzlich für die Entwicklung einer verbesserten Diagnostik der Alzheimer-Erkrankung, für die Behandlung von Krankheiten des Zentralnervensystems und anderen konformationsspezifischen Krankheiten, wie Glaucoma, erprobt.

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